18. Gott und der Sünder

„Die Wolken, die von dem Sumpf unserer Sünde aufgefahren sind, müssen ganz neu durch einen Schub der Sonne der Gerechtigkeit weggeschmolzen werden. Leuchte weiter! Leuchte weiter!” 

[Du] hast vergeben die Schuld deines Volkes, hast alle ihre Sünde zugedeckt.

Ps 85,3

Als ich heute, am Jahrestag meiner ersten Predigt als ordinierter Pastor, versuchte, die Vergangenheit Revue passieren zu lassen, und versuchte, jede Stunde, soweit ich die Zeit dafür hatte, im Gebet um mehr Gnade zu verbringen, hat mich 2. Timotheus 3, 2 sehr getroffen: ‚undankbar, unheilig’. Dies sind Eigenschaften eines Namens-Christen, wie sie in den letzten Tagen erscheinen! Aber in anderer Hinsicht sind sie auch auf mich selbst anwendbar. Scham und Kummer erfüllen mich über meine Unheiligkeit – und das trotz aller Güte des Herrn, aller Gelegenheiten, Privilegien, Zeiten der Gemeinschaft, den Beispielen anderer Heiliger und Gott gesandter Segnungen. Oh, Herr, gib, gib! 

23. September 1869 

Ich habe eine höchst demütigende Entdeckung zweier Tatsachen gemacht: dass ich außerordentlich wenig von der Eigenschaft eines wahren Dieners habe – ‚Ermahnen’ – und außerordentlich wenig wirklichen Glauben oder Erkenntnis der Gewichtigkeit des ewigen Todes und des Gerichts, das über Sünder kommt.*  

23. Dezember 1880 

„Die Sünde ist die Zielscheibe der Pfeile Gottes.” 

„Kein Sünder hat jemals alles ertragen, was er für seine Sünden verdient hätte. Nur Christus hat anstelle der Sünder alles ertragen, was für die Sünde fällig war. Das ist die Seligkeit des erlösten Menschen. Der Sünder, der unter den Schatten des Kreuzes kommt, hat alles ertragen, was für Sünde fällig war.” 

„Vergessene Sünde ist nicht gleich vergebene Sünde. Es ist nur der Aufschub des Gericht und Urteils.” 

„Wenn tiefe Trauer und Reue über Sünde sie auslöschen könnte, wäre die Hölle ein großes Golgatha.” 

„Das natürliche Herz führt nicht Buch über Sünde. Es ist nur Gottes Gesetz, das dies tut.” 

„Gott sagt nicht ‚Zahlt, was ihr könnt’, sondern ‚Zahlt, was ihr schuldig seid’.” 

„Es gibt einige Menschen, die nicht glauben wollen, dass sie Sünder sind, bis sie sich in der Hölle wiederfinden werden.” 

„Die Menschen sprechen von der Würde der menschlichen Natur. Es gibt keine Würde in einem verlorenen Sünder. Die Würde der menschlichen Natur ist es, mit Gott versöhnt zu sein.” 

„Niemand, der sich nach einem Erretter sehnt, hat die unverzeihliche Sünde begangen.” 

„In Christus Jesus sind Sünder Heilige.”  

„Gott ist es keine Last, Welten zu erhalten. Das Einzige, was Ihm eine Last ist, ist die Sünde.” 

„Es ist nicht dadurch, dass du auf deine eigenen Wunden schaust, dass du geheiligt wirst, sondern dadurch, dass du auf den schaust, der für dich verwundet wurde. Es ist nicht dadurch, dass du dir auf die Brust schlägst, dass du heilig wirst, sondern dadurch, dass du auf den blickst, der für dich geschlagen wurde.” 

„Gewohnheiten der Sünde kann man durch das Bekennen von Sünde brechen. 

‚Er bricht die Macht ausgelöschter Sünde,

läßt die Gefang’nen frei;’**

Wir könnten auch sagen 

‚Er bricht die Macht bekannter Sünde,

und gibt den Sieg.’”


* 2. Kor 5,20f. scheint diesem Zitat zugrunde zu liegen: „So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, daß Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott! 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden.” (2. Kor 5,20–21)

** Dies ist ein Zitat aus dem bekannten Lied  „O for a thousand tongues to sing” von Charles Wesley (dt. „Mein Mund besinge tausendfach”). Ursprünglich lautet die Übersetzung der vierten Strophe: „Er bricht die Macht der Finsternis, läßt die Gefang’nen frei.” Jedoch fehlt in dieser Übersetzung die eigentliche Wortwahl, auf die Bonar anspielt: „He breaks the power of cancell’d sin, He sets the prisoner free.” 

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