38. Das Kommen des Herrn

„Gesegneter Heiland, der du auf den Berg der Myrrhe und den Hügel des Weihrauchs gegangen bist, ungeduldig auf deinem eig’nen Weg, bis der Tag anbricht, erfülle uns mit der gleichen heiligen Ungeduld.” 

Denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir gläubig wurden.  

Röm 13,11

Heute Morgen bin ich früh aufgewacht und schaute aus dem Fenster. Es war etwa vier  Uhr. Der Morgenstern leuchtete direkt vor unserem Fenster an einem hellen Himmel. Ein Teil des Fensters war mit Reif beschlagen, der andere klar, und durch den klaren Teil leuchtete der Stern am schönsten. Ich musste an die Worte Christi denken, ‚der leuchtende Morgenstern‘ (Offb 22,16). Christus ist all dies für mich in dieser Welt, bis der Tag anbricht. Ich schlief ein und, als ich wieder erwachte, schien die Sonne durch mein Zimmer. Wird es nicht auch so bei der Auferstehung sein? Unsere schattenhaften Vorstellungen von Christus werden vorbei sein, und dann wird er die Sonne der Gerechtigkeit sein. 

18. September 1849

„Du wirst bald ein König sein. Warum denkst du nicht an dein Königreich? Gibst du dich mit dem gnädigen Brief des Herrn an dich zufrieden, wenn du dich lieber für ihn selbst anstrengen solltest? Ich weiß, dass ‚dieser Jesus’ für dich so wertvoll ist wie für viele von uns, aber wann wirst du ein ‚Mann von Galiläa’ sein, der in den Himmel schaut?”*

„Heute sollten wir für den Herrn leben und morgen seine Ankunft erwarten.”

„Manche Christen machen einen großen Fehler. Sie denken, weil Christus gesagt hat, es sei nützlich, dass er weg gehe, ist es auch nützlich, dass er weiterhin wegbleiben solle. Er ging weg, um dem Vater sein vollendetes Werk zu präsentieren, aber er muss wieder zurückkommen.” 

„‚Wirket, denn die Nacht wird kommen’,** besagt das Kirchenlied. Paulus aber sagt: ‚Der Tag aber ist nahe. So laßt uns anlegen die Waffen des Lichts!’ (Röm 13,12).” 

„Es ist ein Volk, so vorbereitet, dass, wenn der Herr kommt, er nichts anderes zu tun hat, als sie zu sich zu nehmen.”*** 

„Das Kommen Christi rückt immer näher. ‚Wenn er kommt‘ mögen wir vielleicht in einem anderen Sinne meinen als die Samariterin und doch sagen wir wie sie: ‚Wird er uns alles verkündigen‘ (Joh 4,25).”

„Der Glaube Moses war so groß, dass er sagen konnte: ‚Wenn sie in das Land gekommen sind’ (5.Mose 18,9). So sagen auch die Gläubigen jetzt: ‚Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird‘ (Kol 3,4). Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel.” 

„Viele Menschen übersehen heutzutage den ersten Teil des Verses, ‚die Gnade Gottes, die heilbringend ist‘, und reden dann über den nächsten Teil, ‚die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen‘. Du sagst vielleicht: ‚Das ist ja furchtbar!’ Ja, aber ich kenne einige Christen, die den letzten Teil völlig auslassen – ‚indem wir die glückselige Hoffnung erwarten‘ (Tit 2,11-13).” 

„Ich finde den Gedanken an das Kommen Christi sehr hilfreich, um mich wach zu halten. Diejenigen, die auf sein Erscheinen warten, werden einen besonderen Segen erhalten. Vielleicht werden sie seiner Person näher kommen. Ich hoffe manchmal, dass es so sein wird, und dass er mich näher zu sich ruft, wenn ich auf Ihn warte.”


* Dieses Zitat ist um Apg 1,11 herum gestaltet: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!”

** Die deutsche Übersetzung dieser Liedzeile lautet eigentlich “Auf, denn die Nacht wird kommen”.

*** Dieses Zitat ist möglicherweise um Joh 14,3 herum gestaltet: „Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.”

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