33. Demütige Herzen

„Befähige mich dazu, unter dem Lächeln deiner Liebe zu leben – gewillt, auf Erden unbemerkt zu bleiben, wenn ich dich dadurch mehr verherrlichen kann.“

Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.

Mt 11,29

Ich denke, unser Gemüt und unseren glücklichen Gefühlszustand inmitten des Alltags oder inmitten eines Ansturms irdischer Ärgernisse und Belästigungen zu bewahren, ist in gewisser Hinsicht ebenso Gott verherrlichend wie wenn wir uns in einer Welle der Verfolgung und Furcht vor Schwert und Tod befänden. Umso verherrlichender ist es zudem in den Augen Gottes, da niemand anderes es sieht, sodass sich keine prahlerischen Beweggründe einschleichen können.

9. September 1848

Der Herr hat mich gelehrt, bereit zu sein, der Geringste und der Diener aller zu sein. Ich strebe es an, die Seele eines entwöhnten Kindes zu haben: sanftmütig und demütig, mit Blick auf den Herrn allein. Darin findet die Seele ihre Ruhe.

22. Februar 1858

„Wir werden unser ganzes Leben lang brauchen, um diese zwei Dinge zu lernen: sanftmütig und demütig zu sein.“

„Unser Fortschritt in der Heiligung wird dadurch auf den Prüfstand gestellt, dass wir gewillt sind, auf unsere eigenen Fehler hingewiesen und nicht wütend zu werden. Warum sollten wir daran Anstoß nehmen, dass man uns sagt, dass wir nicht vollkommen sind?“

„Gott heißt uns, Zurechtweisung zu lieben. Ich kenne keinen Menschen, der jemals Zurechtweisung besser vertragen hat als Eli. ‚Er ist der Herr.’ (1.Sam 3,18). Als Nathan zu David sagte: ‚Du bist der Mann!’ (2.Sam 12,7), wurde er nicht wütend wie Herodes. Nein, er sagte: ,Ich habe gegen den Herrn gesündigt!’ (2. Sam 12,13). Dann ging er hin und schrieb den 51. Psalm.“

„Es gibt manche Menschen, die alles nur nicht Schmeichelei vertragen. Wenn dich niemals jemand lobt, so ist es umso besser für dich.“

„Es ist eine Gnade, Zurechtweisung auf die rechte Art und Weise zu geben, sowie es eine Gnade ist, sie auf rechte Art und Weise zu empfangen. Du kannst dir sicher sein, dass deine Zurechtweisung gut ist, wenn es dich schmerzt, sie zu erteilen. Recht erteilte Zurechtweisung ist manchmal ein Mittel der Bekehrung.”

„Bist du bereit, ein Staubpartikel im Strahl der Sonne der Gerechtigkeit* zu sein?“

„Es ist für uns selbstverständlich zu denken, dass wir durch das Vollbringen einer Heldentat oder durch einen Akt großer Selbstverleugnung im Reich Gottes hoch geachtet sein würden. Doch dem ist nicht so. Das geschieht nur durch Taten, die niemand sieht als der Meister allein und von denen sonst niemand weiß.“

„Ein Dienst für den Meister, für den ich von jedermann gelobt werde, ist ein sehr gefährlicher Dienst. Vermutlich wird am Tag der Rückkehr des Meisters jemand der Größte sein, von dessen Namen wir in der Gemeinde Christi noch nie gehört haben, weil er am meisten getan hat – schlicht für den Meister.“ 

„Wir sagen: ,Wenn wir nur etwas von dem erfahren könnten, was Christus in diesen dreißig Jahren in Nazareth gesagt und getan hat!‘ Warum hat er darüber geschwiegen? Um uns das Wesen wahren Gehorsams zu lehren. Bedeutet das nicht, alles unter seinem Blick und für ihn zu tun? Er hat uns dadurch gelehrt, nicht die Ehre zu suchen, die von Menschen kommt, sondern mit der Anerkennung des Vaters zufrieden zu sein. Streben wir danach, den Herrn auf diese Weise zu erfreuen, indem wir nicht fragen ‚Was denken die Menschen‘, sondern ,was denkt mein Vater im Himmel‘? Ist seine Anerkennung genug für dich, wenn dich auch alle Menschen ignorieren oder sogar verachten sollten?“


* Anspielung auf Mal 3,20

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