Was macht einen Christen aus? – Martin Loyd Jones

„2 Denn ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit2 rechter Erkenntnis. Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“ – Römer 10,2-3

Der Apostel erklärt hier warum der Hauptteil der Juden außerhalb der christlichen Kirche ist, während die Heiden immer mehr dazu stoßen. Das Hauptproblem war, dass die Juden einen Eifer für Gott hatten, allerdings „nicht mit rechter Erkenntnis“. Das Wort für Erkenntnis, das Paulus hier verwendet ist sehr interessant. Es ist das stärkste Wort in der Schrift für Wissen. Es bedeutet nicht ein generelles Vertraut-Sein mit einem Sachverhalt. Es geht darüber hinaus. Es meint ein volles, korrektes, präzises und lebendiges Wissen. Außerdem steckt in diesem Wort noch die Bedeutung durch sorgfältiges und ausdauerndes Nachforschen zu diesem Wissen gelangt zu sein. Dieses Wissen, so Paulus, fehlt den Juden (den Eifer hatten sie).

Paulus zeigt uns hier ein äußerst wichtiges Prinzip auf. Ein exaktes Wissen der Wahrheit ist für die Errettung essentiell. Die Juden hatten es nicht, darum waren sie draußen und verloren und darum betete er und wünschte sich ihre Errettung. Diese Sache mit dem Wissen ist von äußerster Wichtigkeit. Es ist meine feste Überzeugung, dass die größte Gefahr für die christliche Kirche und jeden einzelnen Christen in diesem Moment ist, die absolute Notwendigkeit einer präzisen und klaren Erkenntnis der Wahrheit nicht zu verstehen und nicht hoch zu schätzen. Ich sage dies, da wir in einer Zeit leben, in der es einen starken Widerstand gegen all dies gibt.

Eine Zeit, die Präzision und Definitionen ablehnt. Es ist eine anti-theologische, Anti-Lehre-Zeit, die exaktes Wissen und Wahrheits-Aussagen ablehnt. Es ist eine faule Zeit in jeder Hinsicht, ein sentimentales, schlampiges Zeitalter, dass Unterhaltung will und Anstrengung ablehnt. Heute ist das Prinzip „Von nichts kommt alles“. Wir sind bereit zu nehmen aber nicht zu arbeiten, wir sind nicht bereit uns hinzugeben. Es ist wahr überall um uns herum und es ist der Grund für die meisten unserer Probleme. Es ist besonders verbreitet in der christlichen Kirche, darum müssen wir uns damit sehr genau beschäftigen.

Diese Einstellung sieht man auf viele Arten, die meist leicht zu erkennen sind. Eine Art ist zu sagen, dass Christsein so wunderbar ist, dass es nicht definiert werden kann. Es widerstrebt jeder Analyse oder jedem Versuch es in strukturierte Aussagen zu fassen. Ich bin sicher sie sind mit dieser Ansicht vertraut. Menschen sagen, du könntest genauso gut versuchen Schönheit, oder Aroma zu sezieren, wie den christlichen Glauben. Es ist unmöglich sagen sie. Du erfährst es herrlich und wunderbar! Aber wenn du versuchst es zu analysieren, zerstörst du es und es bleibt nichts übrig. Also bloß die groben Hände davon lassen.

Eine andere Art ist zu sagen, dass Christsein nur eine Sache des Geistes ist. Was uns zu Christen macht, ist unser Geist und wenn wir einen entsprechend angenehmen Geist besitzen, sind wir Christen. Christsein ist eine Einstellung, ein Lebensstil, eine allgemeine Aussage über unsere Persönlichkeit und unser Sein. Es gab vor nicht all zu langer Zeit einen Slogan: „Christsein fängt man sich ein, es wird nicht gelehrt.“ (Christianity is caught not taught) Du fängst den Geist. Du fühlst es in der Versammlung und du bekommst es. Aber was ist es? Du weißt es nicht, aber es ist auch egal. Du hast es bekommen! Das ist das großartige und du fühlst dich fröhlicher und besser als zuvor.

Eine dritte Art, wie diese Trägheit zum Ausdruck kommt, ist zu sagen, dass nur unsere allgemeine Reaktion der Person unseres Herrn Jesus Christus gegenüber zählt. Dies ist eine sehr verbreitet Sicht. Die Leute sagen: „Du liest die Evangelien und dort siehst du sein Portrait als ob du ihm selbst begegnen würdest. Was entscheidet ob du ein Christ bist oder nicht ist: >>Magst du ihn? Möchtest du wie er sein? Versuchst du ihn zu imitieren? Was ist deine Reaktion ihm gegenüber?<< Du brauchst mir nicht mit deiner Theologie kommen und zu analysieren beginnen was man über Christs glauben und nicht glauben muss. Auf was es ankommt ist deine ganze Reaktion auf ihn und wenn du positiv reagierst dann bist du Christ.

Die vierte Art beschreibt Christsein als Leben. Was bedeutet es schon, was Menschen glauben, solange sie gut christus-ähnlich leben. Solange sie großzügig geben, bereit sind Opfer zu machen, anderen zu helfen und sich für den Fortschritt der Menschheit einsetzen. Das ist es doch was Menschen zu Christen macht.

Nun nimmt diese gefährliche Einstellung noch eine weitere Form an. Ich habe dies in eine eigenen Kategorie getan, da ich glaube, dass es die subtilste Form unter evangelikalen Leuten ist. Es ist die Tendenz Menschen als Christen oder Nicht-Christen zu sehen, nicht aufgrund dessen was sie sagen, sondern aufgrund dessen wie ich über sie fühle. Ich möchte dies klar stellen, da es mir sehr oft begegnet ist. Wir legen größere Wichtigkeit auf dieses Gefühl, das wir über jemanden haben, als auf die Worte, die diese Person selbst über den christlichen Glauben sagt.

Zum weiterlesen auf Banner of Truth.org hier die Quelle der Übersetzung in Englisch

We have seen that the Apostle’s particular concern here is to explain why the Jews were, in the main, outside the Christian church, whereas the Gentiles had been coming in. The general trouble was that the Jews had a zeal for God but it was ‘not according to knowledge’.  Now the word that Paul uses here which is translated ‘knowledge’ is very interesting. It is the strongest word used in the Scriptures with regard to knowing. It does not merely mean a general acquaintance with something. It goes beyond that. It means a full, a correct, a precise and a vital knowledge, and the trouble with the Jews, says the Apostle Paul, is that they lacked it. And there is one further idea in the word. It refers to a knowledge which has been arrived at as the result of a good deal of investigation and effort.So then, Paul says, the Jews lacked that full apprehension, that certain knowledge which is the result of a careful and a thorough examination of a teaching. They had a zeal, but not such a knowledge.

Here, then, Paul again puts before us a most important principle, Which is that an exact knowledge of the truth is essential to salvation. The Jews had not got it, so they were outside; they were lost and he prays and longs for their salvation. Now this matter of knowledge is most important. I am of the opinion that the greatest danger confronting the Christian church and every individual Christian at this moment is to fail to understand and appreciate the absolute necessity of a precise, clear knowledge of the truth. I say this because we are living in days when there is a powerful reaction against all this.

We are living in an age that dislikes precision and definitions. It is an age that is anti-theological, anti-doctrinal and which dislikes propositions and exact knowledge. It is a lazy age in every respect, a sentimental, sloppy age, an age that wants entertainment and dislikes effort. In the whole of life today the principle is ‘something for nothing’. We are ready to take but we are not ready to work; we are not ready to give ourselves. It is true all round and it accounts for most of our problems. It is particularly true in the realm of the Christian church. We must therefore deal with this very carefully.

This tendency shows itself in many ways which are generally very plausible. One way is to say that Christianity is something that is so wonderful that it cannot be defined, that it baffles analysis or any attempt to state it in propositions. I am sure you are familiar with that particular view. People say you might as well try to dissect beauty, or an aroma, as to define the Christian faith. It cannot be done, they say. You experience it marvelous and wonderful! But if you try to analyze it, then you destroy it, there is nothing left. You must not bring the rude hands of analysis here.

Another way in which it is put is this: that Christianity is only a matter of one’s spirit. What makes us Christians is our spirit, and if we have an appropriate spirit, then we are Christians. Christianity is an attitude, a view of life, a general statement concerning our personality and our being. There was a slogan not so long ago which said, ‘Christianity is caught, not taught’. You catch the spirit. You feel it in the meeting and you get it. But what is it? Well, you do not know, but that does not matter. You have got it! That is the great thing and you feel much happier and much better than you did before.

Then a third way in which it is put is this: that after all what matters is our general reaction to the person of our Lord Jesus Christ. Now this is one of the most popular views of all. People say, ‘You read the Gospels and there you see this portrait of Him and, as it were, you meet Him. Now what decides whether you are a Christian or not is this: Do you like Him? Do you want to be like Him? Do you try to imitate Him? What is your reaction to Him?’ You must not come and dissect, and bring your propositions and your theology and say you have got to believe this and not believe that. What matters is your total response to Him, and if you react favorably to Him, then you are a Christian.

The fourth way is the approach that describes Christianity in terms of living. What does it matter what people believe as long as they are living good, Christ like lives, as long as they are generous, ready to make sacrifices, ready to help others, and concerned about the uplift of the race? That is what makes people Christians.

Now this dangerous attitude takes one other form. I put this in a category on its own because I am beginning to think that in some ways it is the most subtle form of all among evangelical people. It is the tendency to estimate whether or not people are Christians, not by what they actually say about their beliefs but by what you feel about them. Now, I do want to make this clear, because I have encountered it a great deal. We attach greater importance and significance to this ‘feeling’ that we may have about them than to the very words that the people themselves use about the Christian faith.

“Saving Faith” An Exposition of Chapter 10, published by The Banner of Truth Trust: 1997 1.800.263.8085 (pp.28-39).

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