Ein jeder tat was recht war in seinen Augen – Eine Frage der Anbetung (Ri. 17-18)

Das Alte Testament besteht zu einem Großteil aus Erzählungen–Erzählungen, bei denen nicht immer auf den ersten Blick deutlich wird, was sie mit Jesus Christus zu tun haben. Und doch erklärt Jesus seinen Jüngern, dass genau so wie das Gesetz und die prophetischen und poetischen Texte des AT sich auch die Erzähltexte in ihm erfüllen.

Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. . . . 44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden, 46 und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.“ (Lk. 24, 27. 44-47)

In diesen Worten Jesu bezieht sich „Propheten“ auf den zweiten Teil der jüdischen Bibel: das sind einerseits die sogenannten „Hinteren Propheten“ und andererseits ein Teil der geschichtlichen Bücher, die sogenannten „Vorderen Propheten“. „Psalmen“ dagegen bezieht sich auf den dritten Teil der jüdischen Bibel, die sogenannten „Schriften“, zu denen auch die geschichtlichen Bücher gehören, die nach dem Exil verfasst wurden. Laut den Worten Jesu erfüllen sich also all diese geschichtlichen Bücher in Ihm und haben sein Kommen und Wirken vorausgesagt.

Aber was ist die Verbindung zwischen diesen Erzählungen der Geschichte Israels und der Person Jesus Christus? Jeden, der diese Texte predigen will, aber auch jeden von uns, der in seiner Stillen Zeit anhand dieser Erzählungen über Jesus nachsinnen will, kitzelt diese Frage. Ein sehr aufschlussreicher und hilfreicher Vortrag zu dieser Fragestellung ist für mich David Kings Vortrag „Christ in the Old Testament„, in dem er sechs Pfade aufzeigt, die von den alttestamentlichen Erzählungen zu Jesus Christus führen.

Aber Kings Pfaden will ich noch einen weiteren Pfad hinzufügen (den er nur indirekt anspricht): viele Erzählungen des AT zeigen die Notwendigkeit einer grundlegenden Herzenserneuerung auf, die mittlerweile in Jesus Christus stattgefunden hat („in“ Jesus Christus, in dem Sinne des Einsseins mit Jesus Christus, das das NT so ausführlich beschreibt). In der folgenden Predigt über den Schrein Michas in Richter 17-18 wird dieser Ansatz sehr schön veranschaulicht:

„Ein jeder tat was recht war in seinen Augen – Eine Frage der Anbetung“ (Richter 17-18)

 

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