Ist die Bibel für den Gemeindealltag relevant ? (Teil 2)

Nach dem Beitrag letzte Woche zu der Frage „Warum ist sie es oft nicht?“, hier nun der 2. Teil zur Frage:

2. Warum die Heilige Schrift die Praxis-bestimmende Autorität sein muss?

Dafür können unzählige Gründe, sowohl innerhalb der Schrift, als auch außerhalb genannt werden. Anbei exemplarisch drei, die meiner Meinung nach vorrangig sind:

2.1 Weil Christus das Haupt der Gemeinde ist (und der Kopf den Leib steuert)
Gemeinde ist keine Idee von Menschen. Es ist ein Geheimnis, das Gott erst zur Zeit der Apostel offenbart hat (Eph 3,5). Dementsprechend hat kein Mensch das Urheberrecht und den Anspruch den Inhalt zu definieren. Warum? Weil das nur der Erfinder und Urheber, Gott selbst, hat. Jesus Christus macht klar, dass er selbst das Haupt der Gemeinde ist (Eph 5,23), das Haupt des Leibes, seines Leibes. Da der Kopf die Steuerzentrale des Leibes ist, hat auch nur Jesus Christus den Anspruch darauf, zu sagen wohin die Reise geht. Somit ist es auch niemand geringerer als Jesus selbst, der bestimmt welche Regeln und Maßstäbe in seiner Gemeinde gelten. Sein Wort, die Heilige Schrift, ist dieser Maßstab. Es ist die Stimme des Oberhirten, der seine Schafe folgen sollen, um an die Quellen des lebendigen Wassers und an die grünen, frischen Auen zu gelangen. Was soll es nun für eine andere Autorität geben, als die des Hauptes? Eben keine.

2.2 Weil die Bibel von Gott kommt, und nur Gott unfehlbar ist
Wo immer der Mensch, egal ob durch neumodische Ideen oder altmodische Traditionen, als Autorität für den Gemeindealltag gesehen wird, ist das vorhaben zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil der Mensch Sünder ist. Für das heilige und auf die Ewigkeit ausgerichtete Ziel der Gemeinde kann also nicht der unheilige und erlösungsbedürftige Sünder der Maßstab sein. Nein, es muss Gott sein, der sie begründet hat und vollenden wird. Ja, es ist sein unfehlbares Wort, sein überliefertes Reden in Raum und Zeit, in dem er sich uns mitgeteilt hat und damit die höchste Autorität darstellt. Der Mensch, auch der erlöste Mensch als Teil der Herde Gottes, muss sich selbst an diesem vollkommenen Maßstab messen lassen, nicht umgekehrt.

2.3 Weil die Praxis Ausdruck der Theologie ist
Nun könnte man ja noch fragen, warum das auch für die Praxis, die oft so unbedeutenden kleinen Entscheidungen, gilt? Welche Musik wir spielen, welche Kleidung wir tragen, wer Dienste verrichtet, wofür wir unser Geld ausgeben und wofür wir unsere Zeit investieren – all das soll sich am Wort Gottes messen lassen? Auch dafür muss die Bibel die höchste und alleinige Autorität sein? Ja! Warum denn dies? Ganz einfach darum, weil sich an unserer Gemeindepraxis zeigt, wem wir dienen. Und auch, ob das was wir denken, sagen und tun an dem heiligen Wort gemessen wird oder nicht. „Zeige mir deinen Kontoauszug und deinen Terminkalender. Dann sage ich dir was dir wichtig ist!“ Mit dem was wir tun, wen wir es tun lassen, welche Inhalte wir hochhalten, wie wir praktisch mit Konflikten umgehen usw., daran zeigt sich unsere Haltung zum Wort Gottes, und damit zu Gott selbst. Wenn die Autorität der Schrift im Gemeindealltag nicht festgemacht werden kann, ist sie vielleicht nur ein Schein. An der Stelle geht es mir nicht darum, um die eine und einzige praktische Auswirkung, ganz im Sinne von des einzig würdigen Musikstiles oder der einzig rechten Methodik. Nein, oft müssen wir anhand von Prinzipien die konkrete Anwendung ableiten, und da gibt es Unterschiede. Meine Behauptung ist jedoch, dass es nur ein einziges Vorgehen für all diese Fragen geben kann. Welche Prinzipien und Richtlinien hat der Hirte seinen Schafen gegeben? Wie kann unsere konkrete Anwendung dieser und jener Sache, sein Wort und damit seinen Willen am Würdigsten widergeben? Wenn das nicht der Tenor in all unserem Ringen um Entscheidungen ist, dann bauen wir an Gottes Bauplan vorbei und machen seine Gemeinde zu einer Plattform menschlichen Schauspiels.

Eine Gemeinde erfährt in dem Maße den herrlichen Segen Gottes, in sofern sie sich in völliger Abhängigkeit auf Sein Wort stützt. Und in allen Praxisfragen stets die Frage stellt „Steht diese Sache, die wir im Begriff sind zu tun, im Einklang mit den offenbarten Richtlinien und Prinzipien, die Gott uns überliefert hat?“.

Lasst uns einstimmen in das Gebet,

  • dass unser persönliches Leben praktisch immer mehr vom lebendigen Wort des lebendigen Gottes regiert wird.
  • dass unsere Gemeinden mutig und weise der Stimme des Oberhirten Gehorsam sind.
  • dass unser Land durch solche mutigen und gehorsamen Gemeinde Erweckung erlebt.

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