Babettes Fest 1987

Dänische Version

„Babettes Fest” lässt sich als eine der eindrücklichsten literarischen Meditationen über die Gnade lesen: Babette verschenkt ihr gesamtes Vermögen für ein einziges, vergängliches Festmahl, ohne jede Gegenleistung zu erwarten – eine Struktur, die der Gnade selbst entspricht, überreich und unverdient. Die pietistische Gemeinde, die dem sinnlichen Überfluss zunächst mit Argwohn begegnet, findet durch das gemeinsame Mahl zu Vergebung und Versöhnung zurück, sodass die Tafel eucharistische Züge annimmt und an das eschatologische Hochzeitsmahl erinnert (Jes 25,6). Zugleich ist Babettes Hingabe an ihre Kunst – „Eine Künstlerin ist niemals arm” – eine vokationale Aussage: Die Ausübung der eigenen Gabe wird selbst zum Gottesdienst, unabhängig vom äußeren Lohn. So stellt die Erzählung der weltverneinenden Askese eine inkarnatorische Theologie entgegen, die Schöpfung, Sinnlichkeit und Schönheit als Orte der Gnade ernst nimmt.

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