Jonathan Edwards über die Ehrerbietung, die Gott zusteht, und die ewige Strafe

Neulich bekam ich ein SMS von meiner Frau: „Deine Tochter hat ein „time out“ (Auszeit zur Strafe) in ihrem Bett und ich weiss nicht, ob sie da je wieder raus kommt!“ Was war geschehen? Meine Zweijährige hatte ihre Mutter zwei mal hintereinander ins Gesicht geschlagen. Auch dann, als sie versuchte, sie wieder aus dem Bett herauszunehmen. Nun es ist eine Sache, wenn sie das bei ihrem Zwillingsbruder tut. Aber bei der eigenen Mutter?!? Bei derjenigen, die (in den meisten Fällen) einem das Leben schenkt, sich in viel Liebe und Hingabe um einen kümmert—und das Tag ein und Tag aus!? Bei derjenigen, die die Verantwortung für einen trägt und so viele wunderbare Pläne und Ziele in der Erziehung von einem verfolgt!? So jemand darf nicht geschlagen werden! So jemand muss geliebt, geschätzt und gehorcht werden. Wenn nicht, wird es  ernsthafte Konsequenzen haben. Eben diese Logik wendet der große Theologe und Philosoph Jonathan Edwards (1703-1758) auf die liebevolle Zuwendung, Ehrerbietung und den Gehorsam an, den jeder Mensch unserem Schöpfer-Gott schuldet. Bei Gott ist diese Verpflichtung natürlich noch einmal exponentiell größer als bei dem eigenen Vater oder der eigenen Mutter. Von daher hinkt der Vergleich. Die Übersetzung aus dem Englischen ist holprig, aber das Original noch mal um einiges schwerer zu verstehen.

„Das Verbrechen, jemand anderes zu verachten und gering zu schätzen, ist proportional mehr oder weniger abscheulich, abhängig davon ob man unter größerer oder geringerer Verpflichtung steht, diesem zu gehorchen. Wenn es somit ein Wesen gibt, dem wir unendlich verpflichtet sind, es zu lieben, ehren und gehorchen, dann muss der Widerstand gegen es unendlich unangebracht (falsch) sein. Unsere Verpflichtung jegliches Wesen zu lieben, zu ehren und zu gehorchen ist proportional zu seiner Liebenswürdigkeit, Ehrwürdigkeit und Autorität. . . . Aber Gott ist ein unendlich liebenswürdiges Wesen, weil er unendliche Exzellenz und Schönheit inne hat. . . . Somit muss Sünde gegen Gott, die eine Verletzung unendlicher Verpflichtungen ist, ein unendlich abscheuliches Verbrechen sein und somit unendliche Strafe verdienen. Die Ewigkeit der Strafe gottloser Menschen macht sie unendlich . . . und macht sie somit lediglich proportional zu der Abscheulichkeit, der sie sich schuldig gemacht haben.” (Jonathan Edwards, „The Justice of God in the Damnation of Sinners,” in The Works of Jonathan Edwards, vol. 1 (Edinburgh: Banner of Truth, 1974), 669.)

Das Original: „The crime of one being despising and casting contempt on another, is proportionably more or less heinous, as he was under greater or less obligations to obey him. And therefore if there be any being that we are under infinite obligations to love, and honor, and obey, the contrary towards him must be infinitely faulty. Our obligation to love, honor, obey any being is in proportion to his loveliness, honorableness, and authority. … But God is a being infinitely lovely, because he hath infinite excellency and beauty. … So sin against God, being a violation of infinite obligations , must be a crime infinitely heinous, and so deserving infinite punishment. … The eternity of the punishment of ungodly men renders it infinite … and therefore renders no more than proportionable to the heinousness of what they are guilty of.” (Jonathan Edwards, „The Justice of God in the Damnation of Sinners,” in The Works of Jonathan Edwards, vol. 1 (Edinburgh: Banner of Truth, 1974), 669.)

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