Gottesdienst mit Ehrfurcht und Staunen
Zusammenfassung Artikels von Douglas Wilson.
Douglas Wilson argumentiert in diesem Artikel, dass die Anbetung im Neuen Bund nicht einfacher oder weniger anspruchsvoll ist als im Alten Bund, sondern reifer und mit strengeren Konsequenzen verbunden.

Der Kontrast zwischen Alt und Neu
Wilson beschreibt zunächst die erschreckende Begegnung Israels mit Gott am Berg Sinai (Hebräer 12,18-29). Die Israeliten wurden konfrontiert mit Feuer, Dunkelheit, Sturm und der Stimme Gottes – selbst Mose fürchtete sich (Hebräer 12,21).
Im Gegensatz dazu beschreibt der Autor die neue Realität für Christen: “Wir sind zum himmlischen Berg Zion gekommen, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem” (Hebräer 12,22). Christen haben Zugang zu einer unzählbaren Menge von Engeln, zur Versammlung der Erstgeborenen, zu Gott selbst als vollkommenem Richter, zu den Geistern vollendeter Gerechter und zu Christus mit seinem gesprengten Blut (Hebräer 12,23-24).
Die größere Verantwortung
Wilson warnt eindringlich davor, den Neuen Bund als nachgiebiger zu betrachten. Er zitiert Hebräer 12,25: “Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der redet… viel weniger werden wir entrinnen, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel redet.” Die Strafen für die Verachtung des Neuen Bundes sind strenger als die des Mosaischen Gesetzes.
Die himmlische Erschütterung
Der Artikel bezieht sich auf Haggai 2,6-9, wo Gott verspricht, Himmel und Erde zu erschüttern. Wilson interpretiert dies so, dass während der Sinai-Bund die Erde erschütterte, der Neue Bund sowohl Himmel als auch Erde erschüttert. Dies führt dazu, dass alle Nationen zum “Ersehnte aller Nationen”, Jesus Christus, kommen werden. Das Reich Gottes, das nicht erschüttert werden kann, wird wachsen und die Erde erfüllen.
Die Bedeutung würdiger Anbetung
Wilson schließt mit der Betonung, dass Gott ein verzehrendes Feuer ist (Hebräer 12,29). Christen des Neuen Bundes müssen Gott “auf annehmbare Weise mit Ehrfurcht und göttlicher Furcht dienen” (Hebräer 12,28). Das Wort “dienen” sollte hier mit “anbeten” übersetzt werden.
Wilson kritisiert die moderne Tendenz zu lockerer, beiläufiger Anbetung und argumentiert, dass dies das Wachstum des Reiches Gottes behindert. Er unterscheidet zwischen Intimität und Informalität: Der Heilige Geist lässt uns zwar “Abba, Vater” rufen, aber er entfernt niemals die göttliche Furcht oder Ehrfurcht.
Zentrale Bibelstellen: Hebräer 12,18-29; Haggai 2,6-9
