Was ist eine Weltanschauung?

[Bildnachweis: roman_vk / photocase.de] Wir wollen in nächster Zeit eine Serie zum Thema Weltanschauung machen. Das Wort Weltanschauung ist nicht Teil unseres alltäglichen Sprachgebrauchs und auch kein biblisches Wort. Warum also eine Serie zu diesem Thema? Warum brauche ich eine Weltanschauung?

Zuerst geht es gar nicht darum sich eine Weltanschauung zuzulegen, denn jeder Mensch hat bereits eine Weltanschauung. Die Frage ist viel mehr: Welche Weltanschauung habe ich? Eine Weltanschauung ist nämlich einfach der Deutungsrahmen, den ein Mensch verwendet um Sinn aus seinen Sinneseindrücken, Gedanken und Gefühlen zu machen. Alle Informationen, die auf uns einwirken, werden eingeteilt und bewertet. Dieses System nach dem wir einordnen ist eine Weltanschauung. Einfach gesagt ist es die Brille, durch die wir die Welt sehen.

Obwohl jeder Mensch zu jederzeit irgendeine Weltanschauung hatte, ist nicht jede Weltanschauung gleichwertig. Manche Weltanschauungen sind konsistenter als andere. Manche sind vollständiger und umfassender als andere. Das gefährliche an der Inkonsistenz ist, dass gewisse Fakten kategorisch ausgeschlossenen werden und man dadurch unkorrigierbar werden kann.

Die Pest wurde im mittelalterlichen Verständnis oft als Strafe Gottes oder als Machenschaft des Teufels gesehen, was zur Folge haben konnte, dass man andere Ursachen wie fehlende Hygiene, Bakterien etc. ausschloss. Dies ist nur ein Beispiel, denn die Menschen im Mittelalter wussten sehr wohl, dass die Pest-Toten aus der Stadt geschafft bzw. verbrannt werden mussten und die Pestdoktoren hatten nicht umsonst Masken auf.

Ein Naturalist auf der anderen Seite schließt das Übernatürliche kategorisch aus. Selbst wenn er beobachtet, dass bei seiner Mutter ein Gebet nach dem anderen erhört wird, muss es sich dabei zwangsweise immer um Zufall handeln. Dasselbe sehen wir bei der Datierung von biblischen Büchern durch säkulare Wissenschaftler. Wenn ein Buch eine Prophetie enthält, die erst nach der Lebenszeit des Autors eintraf, dann muss ein zweiter Autor diese Ereignisse im Nachhinein hinzugefügt haben, oder das ganze Buch muss erst im Nachhinein geschrieben worden sein. Denn die Möglichkeit von echter Prophetie wird kategorisch ausgeschlossen. Es ist eben niemand wirklich rein faktenbasiert/objektiv , sondern die „Fakten“, die Beobachtungen müssen immer interpretiert werden.

Weltanschauungen sind also nicht per-se gut oder böse, sondern die Frage ist viel mehr: Sind sie konsistent und stimmen sie mit der Realität überein. Aber was ist nun die Realität? Wenn jeder die Welt durch seine Brille sieht wie kann man dann wissen was Realität ist? In der säkularen Weltanschauung gibt es keine Antwort darauf, was zum Relativismus und der Postmoderne geführt hat. Die christliche Weltsicht hat es hier ganz einfach, denn Gott sieht klar. Seine Weltanschauung entspricht 100% der Wirklichkeit und er ist auch kompetent darin uns zu vermitteln wie die Welt ist.

Wir denken, dass wir, Christen im Westen, viel zu sehr von den ungläubigen, kulturell vorherrschenden Weltanschauungen besonders dem säkularen Humanismus vereinnahmt sind und wollen mit dieser Serie helfen das ein Stück zu ändern.

Die Serie richtet sich also an Christen, denen nie eine robuste, umfassende biblische Weltanschauung vermittelt wurde und die sich fragen: „Wie soll ich denn denken?“ Aber auch an säkulare Menschen, die mit dem Christentum nicht viel zu tun haben. Diesen gilt der Appell: „Fange bei dir selbst an und prüfe ob deine Weltanschauung wirklich Sinn macht, aus dem Guten und Bösen, aus deinen Erfahrungen mit anderen Menschen, aus deinem eigene Innenleben, aus deinem Gewissen und deiner Schuld, aus deinen Vorlieben und Freuden. Frage dich wo die Inkonsistenzen sind. Frage dich: Warum lebe ich wie ich lebe?“

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