9 Punkte für ein langes gesundes Leben
Aus seiner Forschung destillierte Dan Buettner neun gemeinsame Lebensgewohnheiten, die Power 9, die in allen Blue Zones, den Gegenden mit gesunden alten Menschen zu finden sind:
- Move Naturally – Natürliche, regelmäßige Bewegung im Alltag (kein Fitnessstudio nötig)
- Purpose (Ikigai/Plan de Vida) – Ein Lebenssinn, ein Grund morgens aufzustehen
- Down Shift – Stressabbau durch tägliche Rituale
- 80% Rule (Hara Hachi Bu) – Aufhören zu essen, wenn man zu 80% satt ist
- Plant Slant – Überwiegend pflanzliche Ernährung
- Wine @ 5 – Moderater, regelmäßiger Alkoholkonsum (1-2 Gläser/Tag) mit Freunden
- Belong – Teil einer Glaubensgemeinschaft sein
- Loved Ones First – Familie an erste Stelle setzen
- Right Tribe – Sich mit Menschen umgeben, die gesunde Gewohnheiten unterstützen
Die Power 9: Eine christliche Betrachtung
1. Move Naturally – Natürliche Bewegung
Der Körper wurde nicht für Maschinen geschaffen, sondern für das Leben selbst. Wenn Paulus vom Leib als Tempel spricht, meint er keinen Schrein für besondere Anlässe, sondern ein lebendiges Heiligtum. Die ersten Christen gingen zu Fuß – zu den Versammlungen, zu den Kranken, durchs Labyrinth der antiken Stadt. Bewegung war Anbetung, nicht weil sie fromm war, sondern weil verkörperte Seelen sich bewegen müssen.
2. Purpose (Ikigai) – Sinn
Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir – nicht in irgendeinem Zweck, sondern im rechten Zweck für Gott. Die Kirche bietet mehr als ikigai: eine Berufung, die größer ist als wir selbst. Sonntag für Sonntag werden wir daran erinnert, wer wir sind und warum wir hier sind. Im Gottesdienst werden wir in eine Geschichte hineingezogen, die vor uns begann und nach uns weitergeht.
3. Down Shift – Sabbat
Gott selbst ruhte am siebten Tag – nicht aus Erschöpfung, sondern um etwas zu lehren. Die Kirche hat das verstanden: den wöchentlichen Sabbat, die täglichen Gebetszeiten, die Unterbrechung durch Glocken. Diese Rituale sind keine Last, sondern Befreiung von der Tyrannei des Immer-Mehr. Im Gebet halten wir inne und erinnern uns: Ich bin nicht, was ich tue.
4. 80% Rule (Hara Hachi Bu) – Genügsamkeit
Die Sünde ist immer ein Zuviel von etwas an sich Gutem. Die alte Tugend der Mäßigung – einst zentral für christliches Leben – ist der modernen Welt fremd geworden. Doch jedes Fasten, jeder bewusste Verzicht, jede Begrenzung beim Festmahl lehrt dieselbe Weisheit: Wir üben uns darin, nicht alles zu nehmen, was wir könnten. Es ist eine stille Rebellion gegen die Gier.
5. Plant Slant – Einfachheit
Im Garten Eden waren Früchte die Nahrung, nicht Tiere. Nach dem Fall kam das Fleisch aber nicht an jedem Tag. Interessanterweise erinnert die Fastenpraxis der Kirche daran: an bestimmten Tagen kein Fleisch, eine Rückkehr zum Ursprünglichen. Jede Mahlzeit kann ein Akt der Teilhabe an der Fruchtbarkeit der Schöpfung sein.
6. Wine @ 5 – Wein
Das erste Wunder geschah bei einer Hochzeit, als der Wein ausging. Christus machte nicht nur Wein, sondern den besten Wein, in Fülle. Wein ist Bild des Segens, der Freude – doch der Schlüssel liegt im Zusammen. Beim Abendmahl teilen wir Brot und Wein, nicht allein in unseren Häusern, sondern als Leib. Gemeinschaft heilt, Einsamkeit tötet.
7. Belong – Gemeinschaft
Fast alle Hundertjährigen gehören einer Glaubensgemeinschaft an. Der Mensch ist homo liturgicus, geschaffen für Anbetung. Die säkulare Moderne versucht diese Dimension auszumerzen und erntet Verzweiflung. Die Kirche ist keine Versammlung von Individuen, sondern Familie – hineingeboren durch Wasser und Geist. Hier finden wir nicht nur Gemeinschaft, sondern Heimat.
8. Loved Ones First – Ordo Amoris
Die Familie ist die erste Kirche, die kleine Gemeinde, wo wir lieben lernen – nicht Hollywoods Sentimentalität, sondern geduldige, opferbereite Liebe, die bleibt, wenn Gefühle verblassen. Die moderne Fragmentierung widerspricht der Schöpfungsordnung. Im Gottesdienst sitzen Generationen nebeneinander, erinnert an ihre wechselseitige Verantwortung.
9. Right Tribe – Gemeinsames Leben
„Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ Wir werden durch Nachahmung geformt, nicht nur durch Argumente. Wir lernen Christsein durch Leben mit Christen. Jede Woche versammeln wir uns mit Menschen, die uns zu dem formen, wozu wir berufen sind.
Diese neun Prinzipien sind in die Schöpfung eingeschrieben. Die Langlebigen – oft unwissentlich – leben näher an der göttlichen Intention für menschliches Gedeihen. Die Kirche hat das immer gewusst. Ihr wöchentlicher Rhythmus, ihre Feste und Fasten, ihre Gemeinschaft und ihr Mahl – all das sind nicht bloß „religiöse Pflichten“, sondern der Weg, wie Menschen gedeihen sollen.
Am Ende ist das längste Leben nicht jenes mit den meisten Jahren, sondern jenes, das am vollsten gelebt wurde.
