Evangelium der marxistischen Religion
„Die entfremdete Arbeit macht also: 3. das Gattungswesen des Menschen, sowohl die Natur als sein geistiges Gattungsvermögen, zu einem ihm fremden Wesen, zum Mittel seiner individuellen Existenz. Sie entfremdet dem Menschen seinen eignen Leib, wie die Natur außer ihm, wie sein geistiges Wesen, sein menschliches Wesen. 4. Eine unmittelbare Konsequenz davon, daß der Mensch dem Produkt seiner Arbeit, seiner Lebenstätigkeit, seinem Gattungswesen entfremdet ist, ist die Entfremdung des Menschen von dem Menschen.“
Ökonomische philosophische Manuskripte Privateigentum und Kommunismus 3
Marx verortet die Entfremdung des Menschen von sich selbst und den Mitmenschen rein sozialökonomisch, in Eigentum und Arbeitsteilung, und erhofft ihre Aufhebung von der revolutionären Umgestaltung der Produktion. Christlich gesehen liegt die Wurzel tiefer: Der Mensch ist imago Dei vor aller Arbeit, seine Würde gründet in Berufung, nicht in Selbsterzeugung durch die Gattung. Die Entfremdung, die Marx beschreibt, stammt aus dem Sündenfall (Gen 3,17–19; Röm 8,19–22) – einem Bruch mit Gott, nicht bloß mit den Produktionsverhältnissen. Deshalb kann keine innerweltliche Revolution heilen, was nur Versöhnung mit Gott in Christus überwindet.
Privateigentum ist kein Problem sondern Teil der Lösung.
