Empfehlungen Suchtkommission zur Mediennutzung

Die Gemeinsame Suchtkommission der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaften empfiehlt einen altersgestuften Umgang mit digitalen Medien, der auf Prävention und elterliche Begleitung setzt.
Zeitliche Empfehlungen für Bildschirmmedien:
- Bis zum Schulbeginn: Kein Lernen oder Spielen mit digitalen Medien (nur analog).
- 7 bis 10 Jahre: Maximal 45 Minuten pro Tag.
- 11 bis 13 Jahre: Maximal 1 Stunde pro Tag.
- Ab 14 Jahren: Maximal 1,5 Stunden pro Tag.
Zugang zu Geräten und Inhalten:
- Kein eigenes Smartphone vor Besuch der 5. Klasse (ca. 10–12 Jahre).
- Internet und Chatten: Ab 8 Jahren nur unter elterlicher Aufsicht und für kindgerechte Inhalte; ab 11–12 Jahren mit vereinbarten Regeln.
- PC im eigenen Zimmer: Frühestens ab 12 Jahren, wobei Nutzungszeiten (z. B. keine Nutzung nachts) kontrolliert werden müssen.
Allgemeine Grundsätze:
- Die Nutzung muss stets unter elterlicher Steuerung, Aufsicht und Medienkompetenzvermittlung erfolgen.
- Prävention beginnt mit der Vorbildfunktion der Eltern ab der Geburt.
- Es wird die Vermittlung von Medienkompetenz als unerlässlich angesehen, um das Risiko für medienbezogene Störungen zu senken.
Diese Empfehlungen dienen der Prävention dysregulierten Mediengebrauchs und orientieren sich an den individuellen Entwicklungsphasen des Kindes. Bei Anzeichen einer Sucht (z. B. Kontrollverlust, Reizbarkeit bei Nichtnutzung) sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
