Zen To Done: vom Chaos zur Ordnung

Chaot? Unordentlich? Unorganisiert? Unstrukturiert? Vergesslich? Ständig das Gefühl, dass die Arbeit hinter einem her ist, als man selbst hinter der Arbeit?

Wenn es dir so geht, dann herzlich Willkommen!
Mir ging es lange Zeit auch so. Als ich anfing ein wenig über Jonathan Edwards zu lesen und auf seine 70 Resolutions (Beschlüsse) gestoßen wurde, da merkte ich auf. Ich dachte bei mir, dieser Mann, ein Theologe erster Klasse lebte ein Leben das seines gleichen sucht. Nicht abgestoßen, sondern eher angezogen und inspiriert von seinen Worten dachte ich oft darüber nach warum er sich wohl hinreißen ließ diese Beschlüsse zu fassen und nach ihnen zu leben. Ich fand kein Wort „Gesetzlichkeit“ in ihnen, obwohl ich gestehen muss zu verstehen, dass je nach Wachstum in der Gnade wohl der eine oder andere diese Lebensregeln so empfinden mag. Der Gedanke beseelte mich weiter und führte mich schlussendlich dazu die Zielrichtung meines Lebens zu überdenken.

Die schweren Jahre
Lange Zeit war ich chaotisch, unorganisiert und lag meine ganzen Teenagerjahre über im Streit mit meinem Vater, weil ich mir Dinge einfach nicht merken konnte. Das fing bei den banalsten Dingen an. Nie meinte ich es böswillig, oftmals wurde es so aufgefasst. Auf meinem Schreibtisch türmten sich Berge an Dokumenten, meine E-Mailmailbox war voll von unbeantworteten E-Mails. Es gab keinen Moment an dem mich nicht das schlechte Gewissen packte bei den vielen E-Mails wertvoller Freunde, die ich liegen ließ um sie an einem anderen Tag, an dem ich dachte „wirklich Zeit“ zu haben, beantworten würde. Zu Treffen kam ich oft zu spät. Beim Lernen war ich immer hinten und bekam dauernd Zeitdruck. Das Bibel lesen bekam ich schwer auf die Reihe, weil mir so viele Dinge durch den Kopf schwirrten die ich noch zu erledigen hatte, aber in der Angst stand sie wieder zu vergessen. Die Wäsche türmte sich, geputzt sollte auch wieder einmal werden. Oftmals verwünschte ich das Telefon. Die unzähligen unbeantworteten SMS, die Telefonanrufe die sich hereindrängten, mich in meiner Arbeit unterbrachen und das ohnehin schon chaotische Leben noch chaotischer und druckgeladener machten.

Da las ich eines Tages den Apostel Paulus, ich hatte diesen Vers ja unzählige male zuvor gelesen, ich kannte ich also schon gut.

„Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ (Epheser 5:16)

Der Bruder mit der kleinen Wohnung
Ich bewegte diese Worte, die Beschlüsse von Jonathan Edwards, so wie den minimalistischen Lebensstil eines Bruders, der mir seit Jahren ein großes Vorbild im geistlichen Wandel war über den Zeitraum von mehreren Jahren, in meinem Herzen hin und her. Als ich besagten Bruder kennenlernte hatte er ein kleines Zimmer auf einem alten Bauernhof. Es bestand aus zwei Räumen. Wenn man es betrat wurde einem sofort gewahr, mit welcher Zielrichtung dieser Mensch lebte. Eine Couch, ein gemütlicher kleiner Tisch und zwei Sessel, waren einladend im Raum positioniert. Ein großes Bücherregal voller tiefgehender, profunder geistlicher Lehre füllte die Wand. Wenn man das Schlafzimmer betrat so stand dort ein Schreibtisch und ein Bett, alles nett und wohnlich eingerichtet, aber bescheiden. Und vor allem, was dieser Bruder nicht hatte, fiel auf. Er hatte keine Habseligkeiten, keine teuren Gerätschaften. Er hatte viele Bücher, kannte die Bibel, war zielgerichtet und organisiert und, er macht kein großes Ding daraus. In seiner kleinen bescheidenen Wohnung sollten wir uns knapp ein Jahr lang treffen, von ihm sollte ich lernen wie man die Bibel selbständig studiert.

Diese Begebenheiten hinterließen Eindrücke, Eindrücke die nicht mehr schwinden sollten.

Eine Veränderung muss her
Da war ich nun, etliche Jahre später, Berufsanfänger, Chaot und merkte, es müsse sich etwas ändern. Vom Wort her war mir das schon länger klar, nur wusste ich nie wie ich dieses Vorhaben erfolgreich angehen sollte. Da stieß ich auf „Zen To Done“ eine Methode die auf der „Getting Things Done“ Methode von David Allen beruht, einem System um sein Leben in den Griff zu bekommen, und die Dinge zu erledigen die wirklich wichtig sind und dabei auch noch Freude zu haben. Mit Getting Things Done, kurz GTD beschäftigte ich mich abseits von ein paar Programmen die auf den Prinzipien aufbauten gar nicht ausführlich. Mir war das viele lesen zu aufwendig. Ich wollte doch nicht als Chaot, der es nicht schaffte Bücher die er anfing auch zu Ende zu lesen, ein Buch darüber anfangen wie man es schaffen kann ein Buch zu Ende zu lesen. Da dachte ich bei mir, würde sich die Katze in den eigenen Schwanz beißen. Ich wollte nicht Stunden damit verbringen ein Buch zu lesen, ich wollte Verändung, jetzt. Ich brauchte etwas praktisches, kurzes, prägnantes! Und da stieß ich auf das zuvor genannte „Zen To Done“, kurz ZTD.

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Zen To done, was ist das nun?
ZTD ist kein buddhistisches System wie der Name „Zen“ vielleicht vermuten lässt. ZTD ist sehr einfach, seine Stärke liegt im tun. Es ist in Gewohnheiten aufgebaut. Zehn Gewohnheiten eignet mach sich nacheinander an. Für jede Gewohnheit soll man sich gezielt 30 Tage Zeit nehmen um sie zu verfestigen. Während dieser Zeit ist es wichtig sich wirklich nur auf diese eine Gewohnheit zu konzentrieren, um sie auch zu verinnerlichen und dadurch wie automatisch umzusetzen. Die Schwachstelle von vielen Selbstorganisationssystemen ist, dass sie in Wahrheit aus vielen Gewohnheitsänderungen bestehen, an deren Fülle man schnell scheitert. Es ist unmöglich von einem Messy zum Putzteufel zu mutieren. Es ist utopisch zu denken, vom vergesslichen Menschen zum Allesmerker im Handumdrehen zu werden. Genau darum widmet man sich auch immer einer Gewohnheit nach der anderen. Und es funktioniert. Sehr gut. Wirklich gut sogar. Derzeit bin ich selbst bei Gewohnheit Nummer 7 angelangt und es hat mir bisher sehr sehr viel Spaß gemacht die Veränderunsprozesse mitzuerleben und den raschen Erfolg an mir selbst zu sehen. Das Gute ist: Der Fokus auf eine Gewohnheit nach der anderen lässt sich trotz chaotischem Leben super bewerkstelligen, langsam wird man immer unchaotischer.
Probiere es doch einfach mal aus. Lies am besten die Einleitung der deutschen Übersetzung von ZTD durch imgriff.com, um ein weing ein Gefühl dafür zu bekommen um was es dabei geht.

Und HIER gehts direkt zum Download des PDFs.
(Originalquelle: Foerderland.de)

Viel Freude damit.

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