Deine Bibellese: gedankenloses Leseritual oder sorgfältiges Nachsinnen?

In seinem Buch Spurgeon on the Christian Life: Alive in Christ (Crossway, 2018) geht Michael Reeves auch auf Spurgeons Überzeugung ein, wie wichtig das rechte Bibellesen für das christliche Leben ist. Spurgeon betonte, wie wichtig es sei, dass das Lesen in der Bibel nicht nur ein leeres Ritual sein sollte, sondern etwas, wobei wir unseren Kopf und Geist voll einsetzen. Hier ein sehr herausforderndes Zitat dazu aus Reeves Buch.

Vieles dann, was wir als Bibellesen bezeichnen, ist in Wirklichkeit kein richtiges Bibellesen, wie Spurgeon es verstand. „Lesen nicht viele von euch die Bibel auf eine sehr gehetzte Art und Weise — nur ein kleines bisschen, und schon macht ihr euch davon?“, fragte er. „Wie wenige von euch sind entschlossen, zu ihrer [in Bezug auf die Bibel] Seele, ihrem Saft, ihrem Leben, ihrer Essenz vorzudringen und ihre Bedeutung aufzusaugen.“ Wenn das Auge über Verse dahin schweift und der Geist inaktiv bleibt, dann ist das keine wahre Lektüre. Es zeugt viel mehr von dem groben Aberglauben, dass religiös zu sein [lediglich] die gedankenlose Durchführung eines regelmäßigen Leserrituals verlangt. Wo andere auf Wallfahrten gehen und Buße tun, werfen die Evangelikalen ihre Augen über die Kapitel der Bibel – und könnten es genauso gut tun, stände das Buch auf dem Kopf. In der Tat würde Spurgeon diesen Punkt noch tief-schürfender betonen und argumentieren, dass der Geist mehr als nur lustlos involviert sein muss:

„Lesen beinhaltet einen Kern, und die bloße Hülle ist wenig wert . . . . Es gibt eine innere Lesung, eine Kernlesung — eine wahre und lebendige Lektüre des Wortes. Dies ist die Seele des Lesens; und wenn diese nicht vorhanden ist, ist das Lesen eine mechanische Übung und bringt nichts.“

Wahre Bibellese erfordert daher waches, aufmerksames Studium und tiefes Nachsinnen darüber, was geschrieben steht. Das ist der Grund, warum Gottes klares und erleuchtendes Wort so viele herausfordernde und undurchsichtige Passagen enthält, damit unser Appetit auf göttliche Dinge geweckt und unser Geist gezwungen wird, aktiv zu sein. „Meditation und sorgfältiges Nachsinnen üben uns und stärken die Seele für die Aufnahme von noch erhabeneren Wahrheiten . . . . Wir müssen nachsinnen, Brüder. Diese Trauben werden keinen Wein ergeben, bis wir sie zertreten.

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