Bibellesen, aber wie? – Die Farbenmethode

Es gibt mehrere Methoden die Bibel zu lesen. In den folgenden Tagen möchte ich darüber einiges schreiben.

Das Kreuz mit dem Bibellesen
Als junger Christ hatte ich ein großes Problem. Ich wusste nicht wie man die Bibel ordentlich liest. Niemand brachte mir das ordentlich bei. So war ich oft demotiviert und wusste nicht wo ich beginnen sollte.
Ich denke, dass vielen Christen deshalb das Bibellesen oft schwer fällt, weil sie nicht wissen wie sie ordentlich an die Sache herangehen sollen, so dass sie nach dem Lesen auch etwas davon haben.
So war es auf jeden Fall bei mir.
Ich möchte also jeden ermutigen, der beim Lesen der Bibel Probleme hat, sich nicht als „ungeistlich“ oder faul abzustempeln, nicht alle Probleme die wir in unserem Glaubensleben haben, sind gleich immer „geistlicher“ Natur.

Ich wage zu behaupten, dass unsere Motivation beim Bibellesen oftmals mehr von der Methode als von der Hingabe abhängt.

Ich hoffe, das macht Mut! :)
In den kommenden Wochen soll es etwas um das Thema „Bibellesen, aber wie?“ gehen.

Eine einfache Methode zum Anfang
Ich lese derzeit die Bibel nach einem Bibelleseplan, mit dem ich in einem Jahr durch die gesamte Bibel gelesen haben werde. Ich lese sie also nicht so sehr im Detail, sondern eher Überblicksmäßig. Aber wie schaffe ich es beim Überblickslesen spezifische wichtige Punkte zu behalten.
Ganz einfach. Ich verwende drei Farbstifte mit denen ich spezielle Verse markiere.
Die Farben stehen für folgendes:

Gelb: Wie ist Gott?
Grün: Was ist mir verheißen?
Blau: Was bin ich aufgefordert zu tun?

Mit diesen drei Farben hat man schon viel wichtiges beim Bibellesen abgesteckt.
Man könnte noch mehr Farben verwenden, bspw. rot für Opfer und Blut und grau für Tod und Sünde. Fürs erste habe ich es aber erstmal einfach gehalten.

Worauf achte ich?
Gelb: Beim lesen des Textes achte ich auf Phrasen wie „Der Herr ist…“,
Bsp: „Jahwe ist gut und gerecht, darum belehrt er die Sünder“ (Ps 24:8)
oder:
„Jahwe ist die Schutzburg meines Lebens“ (Ps 27:1b)

Grün: Verheißungen gibt es viele, sie fallen schnell ins Auge, hier achte ich auf nichts besonderes, sie fallen mir schnell auf.
Bsp: „Ich will dich belehren, und ich zeig dir den richtigen Weg.“ (Ps 32:8)

Blau: Hier achte ich auf Befehlsformen
Bsp: „Meide das Böse und tue das Gute!“ (Ps 37:7)
oder:
„Seid vielmehr bescheiden und achtet andere höher als euch selbst“ (Phil 2:3b)

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Nicht zu viel anmalen

Suche dir deine Verse vorsichtig aus! Male nicht zuviel an, nur die Verse die dir persönlich ins Auge springen und etwas bedeuten. Sonst hast du am Ende deiner Bibellese eine komplett bunt gefärbte Bibel mit der du erst wieder nichts anfangen kannst. – Markiere so, dass du deine Kernverse später wieder leicht finden kannst!
Weniger ist mehr.

Doppeltes
Oftmals werden manche Verse sowohl eine Verheißung als auch eine Aufforderung etwas zu tun beinhalten.
Bspw: „Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann könnt ihr bitten, um was ihr wollt: Ihr werdet es bekommen.“ (Joh 15:7)

Hier entscheide ich individuell welcher Aspekt für mich wichtiger ist. Die Verheißung war es in diesem Fall, deswegen habe ich den Vers grün markiert. Alternativ könnte man ihn auch mit zwei Farben markieren, was ich aber nicht tue, da ich es einfach halten möchte.

Vorteil und Ziel
Welchen Gewinn hat man von dieser einfachen Methode?

  1. Man liest die Bibel etwas genauer und achtet auf besonders auf die drei Aspekte.
  2. Dadurch taucht man gerade durch die Farben gelb und grün in die unglaubliche Tiefe des Reichtums ein den wir in Christus besitzen und wird so im Glauben gestärkt.
  3. Durch das achten auf Gottes Charakter, hat sich bei mir beispielsweise mein Gottesbild völlig verändert, was dazu geführt hat, dass ich nun die Bibel mit noch mehr Freude lese. Tip: Achte vor allem beim lesen der Psalmen auf Gottes Charakter! :)
  4. Wenn man konsequent nur Schlüsselverse und solche Verse die einen persönlich angesprochen haben markiert hat, hat man quasi eine kleine selbstgemachte Konkordanz in seiner Bibel, mit Hilfe derer man schnell die richtigen Verse zur Hand hat, sollte man sie brauchen. (Das ist auch mein Ziel mit dieser Methode)
  5. Praktische Anwendung: Ich verwende bspw. die Psalmen in dieser Weise, bevor ich bete. Ich schlage den Charakter Gottes und die Gebetsverheißungen (auch im NT) nach und stärke mich so am Wort im Glauben bevor ich zu beten beginne.

 

Noch Fragen?
Lasst es mich einfach in den Kommentaren wissen. Ich hoffe, dass dieser kleine Beitrag dem einen oder anderen geholfen hat und motiviert das Gelesene auch in die Praxis umzusetzen :)

2 Responses

  1. Anni sagt:

    Vielen Dank, das hat mir geholfen! Werde es damit probieren.

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