Nun aber ist Christus auferstanden! – Osterpredigt 1 Korinther 15,20-28

Lesung 1.Korinther 15, 12-28 (Elberfelder CSV)

12 Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er aus den Toten auferweckt sei, wie sagen einige unter euch, dass es keine Auferstehung der Toten gebe? 13 Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; 14 wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt vergeblich, vergeblich auch euer Glaube. 15 Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir in Bezug auf Gott bezeugt haben, dass er den Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden. 16 Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. 17 Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig; ihr seid noch in euren Sünden. 18 Also sind auch die in Christus Entschlafenen verloren gegangen. 19 Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus Hoffnung haben, so sind wir die elendesten von allen  Menschen.

Predigt Text 1.Korinther 15, 20-28

20 Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen;

21 denn da ja durch einen Menschen der Tod kam,

so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.

 22 Denn wie in dem Adam alle sterben,

so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden.

 

23 Jeder aber in seiner eigenen Ordnung :

 der Erstling, Christus;

dann die, die des Christus sind bei seiner Ankunft;

24 dann das Ende,

 

wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt,

wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.

 

25 Denn er muss herrschen,

bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat.

 

26 Als letzter Feind wird der Tod weggetan.

27 Denn „alles hat er seinen Füßen  unterworfen.“

 

Wenn er aber sagt,

dass alles unterworfen sei,

so ist es offenbar,

dass der ausgenommen ist,

der ihm alles unterworfen hat.

 

28 Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird,

dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein,

der ihm alles unterworfen hat,

 

damit Gott alles in allem sei.

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Guten Morgen. Wir kommen heute zusammen um die Auferstehung von Jesus Christus zu feiern. Ich möchte euch mit dem Ostergruß der ersten Christen begrüßen.  Ich werde vorsagen: „Der Herr ist auferstanden!“ und ihr antwortet „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!

Wir denken vielleicht, dass die Angriffe auf die Auferstehung eine moderne Erscheinung sind. So als ob die Leute früher das noch leicht glauben konnten.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit weg sein. Die Leute waren damals nicht blöd. Sie haben gewusst, dass niemand aufersteht. Es war ihnen vollkommen klar, dass das nicht einfach so passiert. Und schon damals im ersten Jahrhundert kurz nach dem es passiert ist, wurde die Auferstehung sofort angegriffen. Noch erstaunlicher ist, dass es nicht nur die Leute von draußen, von außerhalb der Kirche waren sondern die Leute in der Kirche selbst. Es hat sich nicht viel verändert.

Und zu diesen Menschen schreibt Paulus voller Unverständnis. Er sagt: „Was ist eigentlich mit euch los?“ Die Auferstehung steht für ihn komplett außer Frage. Sie ist Fakt. Sein Freund Petrus war dabei. Seine Freunde und Bekannten, 500 davon haben den Auferstandenen getroffen, sie haben mit ihm gegessen und getrunken. Und nicht nur das sondern auch er der Christenverfolger Saulus hat eine Begegnung mit dem Auferstandenen. Darum hat Paulus kein Verständnis für diese „Christen“, die die Auferstehung leugnen.

Eine Patientin hat im Krankenhaus zu meinem Chef bei der Visite vor der Entlassung gesagt: „Das nächste Mal sehen wir uns im Himmel.“ Und er hat gesagt das wissen wir alle nicht. Aber einer weiß es einer ist zurückgekommen, wie die Patientin wusste.

Dieses Bekenntnis das wir gesprochen haben „Der Herr ist auferstanden“ ist eines von den zwei Grundbekenntnissen der ersten Christen. Das ist essentiell, identitätsstiftend, das ist definierend für das was es heißt ein Christ zu sein. Ein Christ glaubt an die Auferstehung der Toten.  Niemand ist Christ der nicht an die Auferstehung des Herrn glaubt. So wichtig ist diese Auferstehung.

Eine „Neue Menschheit“ in Christus

Nun aber ist Christus auferweckt der Erstling der Entschlafenen. Jetzt ist alles anders. In eine Welt ohne Hoffnung auf die Auferstehung, wo der Tod immer das letzte Wort hat. Wo der Gauner und der Heilige am Ende am gleichen Ort enden. Wo es keine letzte Gerechtigkeit gibt. Wo der Vergewaltiger und sein Opfer am gleichen Ort enden. Wo Nero und die Christen am gleichen Ort enden. Wo Hitler und die Juden am gleichen Ort enden.

In dieser Welt steht Christus aus den Toten auf und ist die Erstfrucht aus den Toten, die Erstfrucht einer neuen Schöpfung. Er macht alles neu. Wenn die Ernte eingefahren wurde waren die ersten Früchte für Gott. Wenn die Erstlinge ein gefahren waren, war die Ernte aber noch nicht vorbei sondern sie hatte gerade erst begonnen.

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt warum die Toten begraben werden? Warum kommen die in die Erde? Der Grund ist weil, man das mit Samen tut. Der Auferstehungsleib ist die Frucht, der tote Leib ist der Samen wie Paulus später in diesem Kapitel noch erläutert aber schon hier darauf anspielt. Im englischen kann man zu jemanden begraben auch sagen jemanden pflanzen. (This is where they will plant me). Bei uns heißt das was anderes aber der Gedanke dahinter ist zu tiefst biblisch. Wenn wir Menschen begraben, dann pflanzen wir sie, weil wir wissen, dass sie eines Tages auferstehen werden. Der Friedhof ist keine letzte Ruhestätte sondern ein Acker, der eines Tages ein Garten werden wird. Und Christus ist der Erstling dieser Auferstehung, dieser Ernte.

Durch einen Menschen Adam ist der Tod in die Welt gekommen.

Durch einen Menschen Jesus ist die Auferstehung der Toten in die Welt gekommen.

So wie Adam als Repräsentant der Menschheit die Menschheit in den Tod geführt hat, so führt Christus als Repräsentant einer „Neuen Menschheit“ diese ins Leben. Genau gelesen steht, dass „in Christus“ alle auferweckt werden. Diese „Neue Menschheit“ sind die die in Christus sind, die allein aus Glauben mit ihm verbunden sind.

Und so wie Gott alles mit Ordnung macht so auch in der Auferstehung. Christus als erster und dann bei seiner Ankunft die zu ihm gehören. Dann das Ende der Welt.

Alles wird Ihm unterworfen

Dieses Ende ist aber nichts Schlechtes sondern es bedeutet, dass Jesus dieses Reich, sein Reich dem Vater übergeben wird. Seine Arbeit wird abgeschlossen sein. Seine „Neue Menschheit“, seine „Neue Schöpfung“ ist komplett er übergibt sie dem Vater.

Bis das passiert ist er am Arbeiten, ist er am Herrschen. Der König dieser Welt ist Christus. Nur viele haben dies noch nicht akzeptiert und noch nicht ihre Knie vor ihm gebeugt. Wir lesen, dass er alle Herrschaft und Gewalt und Macht weg tut, die nicht seine eigene ist. Alle Feinde werden unter seine Füße gelegt.

Vor zweitausend Jahren als Christus auferstand sah es nicht so aus als ob diese Prophezeiung irgendeine Chance hätte erfüllt zu werden. Die Jünger Jesu waren bis auf einen kleinen Rest zerstreut. Der römische Kaiser war der de-Facto Herrscher der Welt. Die römischen Götter haben den kompletten Mittelmeerraum dominiert. Und wer redet heute noch von denen? Das Christentum hat das ganze römische Reich erobert ohne einen Tropfen Blut zu vergießen, bis schließlich sogar der Kaiser Christ wurde und alle Götter hinweggetan wurden.

Unsere Wochentage sind auch so ein Relikt aus der heidnischen Zeit. Aber wer betet am Montag noch den Mond an? Ich meine es gibt immer noch ein paar Leute die dem Mondkalender folgen aber selbst die beten den Mond nicht mehr an. Am Donnerstag betet niemand mehr Thor als Gott des Donners an und der Freitag ist der Karfreitag an dem wir den Jesus anbeten aber nicht mehr der Tag der Göttin Freya.

Wie sehen dieses Hinwegtun auch in der Missionsgeschichte aus eine Handvoll Fischern und Handwerkern wurde die größte Religion der Welt, die alle Länder und Gesellschaftsschichten infiltriert hat.

Es gibt noch immer Feinde: Rationalismus, Säkularismus, Unglaube, Islam, die östlichen Religionen, Katholizismus, Kommunismus, aber so wie Christus bis jetzt immer gewonnen hat können wir zuversichtlich sein, dass es so weiter gehen wird. Und als letzter Feind wird sogar der Tod weggetan. Was für eine Zukunftsaussicht.  Der Tod der immer das letzte Wort hatte, der Sklaventreiber der gesamten Menschheit wird zum  Schluss von Christus weggetan werden. Der Tod der kein natürlicher Teil des Lebens ist sondern ein Feind wird besiegt werden.

Dann wird Gott alles in allem sein.

Das ist unsere Sehnsucht, die wir hier die Auferstehung feiern. Wir sind mäßig interessiert, das wir den Platz bekommen der uns zusteht, aber wir sind unendlich daran interessiert, dass Gott den Platz bekommt der Ihm zusteht. Dass sein Name groß gemacht wird in der Welt. Das Ihm alle Ehre gegeben wird. Dass alles ihm unterworfen wird. Das seine Königsherrschaft für jeden sichtbar wird. Das ist unser inniger Wunsch, als diejenigen die Christus als Herrn bekennen und ihn anbeten.

An diesem Ostermorgen wollen wir uns an dieser Aussicht erfreuen und den Herrn umso mehr feiern und anbeten.

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