Was meine Taten über meine Liebe zu Gott sagen

„Unsere Liebe zu Gott misst sich an unseren Taten“, sagte einmal jemand. Und da ist etwas Wahres dran. Ich hatte vor mehr als einem Jahr eine 18-tägige Fastenzeit hinter mich gebracht. Warum 18 Tage? Nicht etwa aus geistlichen Gründen, sondern aus gesundheitlichen. Ich wollte eine Krankheit mit Fasten bekämpfen. Diese Sache beschäftigt mich seitdem immer wieder. Warum hatte ich es 18 Tage ohne Probleme durchziehen können? Und warum habe ich in Bezug auf geistliche Dinge  noch nie so lange gefastet?
Meine Taten sagen viel über meine Liebe zu Gott. Warum nehme ich Sünde oft auf die leichte Schulter? Warum bekämpfe ich sie nicht wie der Herr Jesus sagt, indem ich meine Hand abhacke und das Auge ausreiße? Ich weiß die Antwort, wenn ich ehrlich bin: Ich liebe die Sünde mehr als Gott. Zumindest in diesem Moment. Und nun wird es ungemütlich. Denn die Bibel ist hier auch sehr klar.

Jeder, der die Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.  Und ihr wißt, daß er geoffenbart worden ist, damit er die Sünden wegnehme; und Sünde ist nicht in ihm.  Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht; jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen noch ihn erkannt. (1.Joh 3:4ff)

Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen. (Mt 5:20)

Und dann fährt der Herr fort und lehrt über den Umgang mit „Zorn, Ehebruch, Schwören und Vergelten“, alles Bereiche des alltäglichen Umgangs mit Sünde. Unser Leben soll also anders aussehen, daran misst sich wo wir stehen, daran misst sich die Echtheit unseres Glaubens, die Echtheit unserer Liebe zu Gott. „Im Alltag“, sagt der Herr, „sollen deine Taten sichtbar werden, soll mein Wesen sichtbar werden.“. Wer Gott liebt, der weicht vom Bösen. Doch wie sieht mein Leben wirklich aus? Ich kenne ja meine Gedanken; und meine Taten. Das Problem mit der Sünde ist immer ein Herzensproblem. Es ist das uralte Problem der Liebe. Oft rätseln wir und denken: „Warum werde ich diese und jene Sünde einfach nicht los?“ Wir müssen nicht rätseln. Die Antwort ist einfach, wir machen sie nur unnötig kompliziert. Wir lieben Gott weniger als die Sünde. Oder anders formuliert: Wir lieben die Sünde mehr als Gott. Will ich also frei werden von einer bestimmten Sünde, dann muss ich an der Wurzel ansetzen, bei der Liebe zu meinem Herrn.

Wie tut man das nun?
Über Ihn nachdenken indem man seine eigenen Gedanken aufschreibt. Mir hilft hier schriftliches Gebet. So kombiniere ich auch das Nachdenken über meine Sünde mit Gebet und Nachdenken über Ihn.
Dann, die Sünde lassen. Wegsehen, wegdenken, ablassen, weggehen, ersetzen, das Gegenteil tun, Freude und Befriedigung in anderen Dingen suchen. Habe ich ehebrecherische Gedanken, sehe und denke ich weg, ich richte meine Gedanken auf meine Frau. Hat der Zorn mich, so lasse ich ab und tue Gutes. Ich tue aktiv das Gegenteil von meinem sündhaften Verhalten. Sünde ist nie passiv. Sünde passiert nicht einfach so. Sünde ist immer ein Willensakt. Und als Christ der von der Sklaverei der Sünde freigesprochen ist kann ich willentlich „nein zur Sünde“ und „ja zur gerechtem Handeln“ sagen.

Sündigen ist nur ein Symptom, ein Symptom einer tieferliegenden Krankheit. Die Krankheit ist die falsche Liebe. Die Sünde zeigt also ein Liebesproblem auf. Wenn ich sie bekämpfen will muss ich bei der Liebe ansetzen. Ich muss mein Herz nähren mit dem richtigen Gottesbild, mit guten Gedanken über Gott. Ich muss lernen neu über ihn zu staunen. Da aber die Sünde bereits ihre giftigen Wurzeln ausgestreckt und sich überall in mir festgesetzt hat muss ich auch ihre Wurzeln und abschlagen. Das bedeutet aktiv lassen was falsch ist und aktiv tun was richtig ist.

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