Ältestenschaft, ein Interview mit CL

Im Zuge unseres Wochenthemas „Ältestenschaft“ haben wir einige Interviews mit erfahrenen Ältesten geführt. Wir möchten euch hierbei Einblick in die Gedanken von bewährten Männern geben die diesen Dienst schon Jahrzehnte ausüben. Da die freikirchliche Gemeindelandschaft in Österreich sehr jung ist stellt sich für uns alle momentan folgende Herausforderung: Der Generationenwechsel und die Heranbildung neuer Leiter. Das Thema „Ältestenschaft“ betrifft uns also alle. Die Buchvorstellung und die geführten Interviews sollen also eine Hilfestellung im Gedankenprozess bieten.

Interview mit CL, Ältester einer christlichen Gemeinde. 

1. Worin siehst du deine Kernaufgabe?
Paulus versammelt die Ältesten von Ephesus, um sich von ihnen zu verabschieden und letzte Anweisungen zu geben. In Apg 20,28 sagt er ihnen, sie sollen in erster Linie auf sich selbst und in weiterer Folge auf die ganze Herde achthaben, in welche der Heilige Geist sie als Aufseher gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten. Zuallererst muss ich daher mein eigenes geistliches Leben pflegen, um den Geschwistern als Aufseher dienen zu können. Meine Kernaufgabe ist es, die Herde zu hüten. Diese Aufgabe beinhaltet das Versorgen mit dem Wort Gottes, das Pflegen der Gemeinschaft und wachsam sein bezüglich verschiedener Strömungen, die in die Gemeinde eindringen können.

2. Was siehst du für deinen Dienst als größte Herausforderung?
Die verschiedenen Bereiche „eigenes geistliches Leben mit Gott“, „weltliche (40 h) Arbeit“, „Familie“ und „Leitungsaufgaben“ in ausgewogener Weise „parallel“ zu bewältigen.

3. Wie pflegst du als Ältester / Hirte dein eigenes Herz und Beziehung zu Gott?
Ich versuche, täglich Zeit mit Gott zu verbringen im Lesen des Wortes Gottes und in der Anbetung.

4. Was ist für dich die wichtigste Qualifikation, die ein Ältester haben muss um für seine Geschwister in der Gemeinde zu sorgen?
Er muss zuallererst ein Anliegen für die Geschwister haben und sich um sie kümmern. Diese dienende Gesinnung muss schon vor seiner Berufung zum Ältesten deutlich sichtbar werden.

5. Welche drei Bücher haben dich neben der Bibel am meisten geprägt?
Kann ich nicht sagen, ich habe viele Bücher gelesen, die mich in Teilbereichen positiv motiviert haben. Zu Beginn meines Glaubenslebens Mitte der 80er-Jahre waren die Bücher von Watchman Nee bezüglich Nachfolge und der Thematik „Stellung des Christen und Heiligung in der täglichen Nachfolge anhand Rö 6-8 sehr hilfreich. Auch das Buch Freundschaftsevangelisation von Floyd Schneider und die Bücher von W.McDonald bezüglich Jüngerschaft und Gemeinde waren prägend für mich.

6. Was ist dein Rat an einen jungen Ältesten der seinen Dienst gerade erst beginnt?
Lass dir um nichts in der Welt deine persönliche Zeit mit dem Herrn rauben. Sei vorsichtig im Umgang mit den Frauen und hüte dich vor zu viel und unangebrachter Vertraulichkeit. Achte darauf, dass du deine Frau und Kinder nicht vernachlässigst. Weiche Konfrontationen nicht aus und versuche nicht, es allen recht zu machen – die Grundlage in all deinen Überlegungen muss die Schrift sein.

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