Die Grundwahrheit über die Ehe

Die folgende Definition und Ausführung, was das große Ziel der Ehe ist, ist typisch John Piper. Alles–auch die Ehe–muss sich letztendlich um die Ehre und Herrlichkeit Gottes drehen. Zugleich gehen diese Gedanken gegen den Strom unserer Zeit und Kultur an. Somit ist es gut und wichtig, dass wir uns diese Gedanken zu Herzen nehmen–sei es, dass wir bereits verheiratet sind oder die Ehe anstreben oder im Diskurs stehen mit denen, die verheiratet sind. Diese Zitate sind John Pipers Buch This Momentary Marriage: A Parable of Permanence (Crossway, 2009) entnommen:

Die Grundwahrheit, die in der Bibel über die Ehe zu sehen ist, ist, dass sie zur Ehre Gottes existiert. Grundsätzlich ist die Ehe das Wirken Gottes. Letztendlich ist die Ehe die Darstellung Gottes. Sie ist von Gott entworfen worden, um seine Herrlichkeit auf eine Art und Weise zu zeigen, wie es kein anderes Ereignis oder keine andere Institution tut. (S. 24)

Die Grundwahrheit, die wir über die Ehe festhalten können, ist, dass sie zur Ehre Gottes existiert. Das heißt, sie existiert, um Gott darzustellen. Und hier sehen wir auch wie: Die Ehe ist nach dem Muster von Christi Bundesbeziehung zu seinem erlösten Volk, der Gemeinde, geformt. Und deshalb besteht die höchste Bedeutung und der höchste Zweck der Ehe darin, die Bundesbeziehung von Christus und seiner Gemeinde darzustellen. Darum existiert die Ehe. Wenn Du verheiratet bist, bist Du genau deshalb verheiratet. Wenn Du hoffst, es eines Tages zu sein, sollte das Dein Traum sein. (S. 25)

Verheiratet zu bleiben, dreht sich deshalb nicht hauptsächlich darum, verliebt zu bleiben. Es geht darum, einen Bund zu halten. „Bis der Tod uns scheidet“ oder „Solange wir beide leben werden“ ist ein heiliges Bundesversprechen — die selbe Art von Versprechen, das Jesus seiner Braut gemacht hat, als er für sie starb. Was also Scheidung und Wiederheirat in Gottes Augen so entsetzlich macht, ist nicht nur, dass sie einen Bruch des Bundes mit dem Ehepartner bedeuten, sondern dass sie auch ein falsches Bild von Christus und seinem Bund wiedergeben. Christus wird seine Frau niemals verlassen. Niemals. Es kann Zeiten schmerzhafter Distanz und tragischer Rückschritte unsererseits geben. Aber Christus hält seinen Bund für immer. Die Ehe ist eine Darstellung davon! Das ist das Letzte, was wir dazu sagen können. Sie stellt die Herrlichkeit der Liebe Christi auf den Sockel [–für alle zu sehen]. (S. 25)

Diese Gedanken führen gut aus, worum es Paulus in Epheser 5, 25-27. 31-33 geht:

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er für sich die Gemeinde herrlich bereite, die keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.

»Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein« (1. Mose 2,24). Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde. Darum auch ihr: ein jeder liebe seine Frau wie sich selbst; die Frau aber habe Ehrfurcht vor dem Mann.

Für diejenigen, die es interessiert, hier nochmal das englische Original:

The ultimate thing to see in the Bible about marriage is that it exists for God’s glory. Most foundationally, marriage is the doing of God. Most ultimately, marriage is the display of God. It is designed by God to display his glory in a way that no other event or institution does.

The ultimate thing we can say about marriage is that it exists for God’s glory. That is, it exists to display God. Now we see how: Marriage is patterned after Christ’s covenant relationship to his redeemed people, the church. And therefore, the highest meaning and the most ultimate purpose of marriage is to put the covenant relationship of Christ and his church on display. That is why marriage exists. If you are married, that is why you are married. If you hope to be, that should be your dream. CHRIST WILL NEVER LEAVE HIS WIFE Staying married, therefore, is not mainly about staying in love. It is about keeping covenant. “Till death do us part” or “As long as we both shall live” is a sacred covenant promise—the same kind Jesus made with his bride when he died for her. Therefore, what makes divorce and remarriage so horrific in God’s eyes is not merely that it involves covenant-breaking to the spouse, but that it involves misrepresenting Christ and his covenant. Christ will never leave his wife. Ever. There may be times of painful distance and tragic backsliding on our part. But Christ keeps his covenant forever. Marriage is a display of that! That is the ultimate thing we can say about it. It puts the glory of Christ’s covenant-keeping love on display.

2 Responses

  1. Philip sagt:

    Insbesondere der Punkt über die Rückschritte und dem Festhalten resoniert mit meinen Gedanken, allerdings scheint mir die Betonung des Bundes bei der Ausführung der Herrlichkeit der Ehe zu kurz gegriffen.

    Kein anderes Ereignis als das Kreuz von Golgatha, zeigt in Wahrheit die Herrlichkeit Gottes bezogen auf seine Treue. Die Ehe ist ein Bild für DIESEN Bund und DIESE bitterste Stunde der Prüfung. Das heißt bezogen auf die Herrlichkeit der Treue Gottes ist das Kreuz das ultimative Bild.

    Dann stellt sich die Frage, was denn die Ehe über das Halten des Bundes hinaus auszeichnet/welchen Aspekt sie zur Ehre Gottes besonders gut darstellen kann – wie sie die Herrlichkeit Gottes abbildet. Da kommen Gedanken wie etwa das tiefe Vertrauen, dass Eheleute entwickeln können. Die zärtliche Zuwendung, die sich im Wasserbad – in der intimen Reinigung – ausdrückt und derlei Dinge.

    Sowie die Herrlichkeit Gottes nicht nur in seiner Treue am Kreuz glänzt, sondern unter anderem in seiner anhaltenden liebevoll demütigen Haltung und hingegebenen Aufopferung, würde ich auch meinen, dass insbesondere die Ehe die Herrlichkeit Gottes in vielen Farben erstrahlen lässt, wobei die Treue ein wichtiger Aspekt ist, aber für sich genommen die Ehe nicht treffend charakterisiert.

    • Kai Soltau sagt:

      Gute Gedanken. Danke, Philip. Natürlich führt Piper die Parallele des Bundes zur Ehe in seinem Buch noch weiter aus. Sicherlich richtig, dass wir hier auch eine Wechselwirkung sehen. Die Ehe führt uns Gottes Bund vor Augen, Gottes Bund führt uns das Ziel der Ehe vor Augen. Hier kann ich nur die vollständige Lektüre von Pipers Buch empfehlen.

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